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Billigstrom und Umweltschutz

Was Jahrzehnte lang undenkbar war, ist seit einigen Monaten Realität: Strom wird scheinbar immer billiger. Dabei handelt es sich allerdings nur zum Teil um im Inland erzeugten Strom und zum anderen Teil um Billigimporte. Atomstrom, Strom aus veralteten Kraftwerken Osteuropas und Überkapazitäten auch in Nachbarländern drücken derzeit auf den Strompreis. Die Gründe:

Atomkraftwerke in Deutschland sind bereits abgeschrieben. Die Betreiber müssen nicht mehr, wie bei neuen Anlagen üblich, die getätigten Investitionen erst erwirtschaften. Die Befürworter der Atomkraftwerke nutzen zudem die Gunst der Stunde und fordern eine Neubewertung der Umweltrelevanz von Atomkraftwerken in einem positiven Sinne.

Ihre Hauptargumente: Atomkraftwerke stoßen kein Kohlendioxid aus, benötigen im Vergleich zu anderen Kraftwerkstypen weniger Fläche, sind kostengünstig zu betreiben und bergen aufgrund der strengen deutschen Vorschriften nur ein geringes Sicherheitsrisiko.

Allerdings sind Unfälle nicht hundertprozentig auszuschließen. Auch werden auf allen Stufen des kerntechnischen Brennstoffkreislaufs radioaktive Stoffe emittiert, die lange Zeit in der Umwelt verbleiben. Und für die Endlagerung radioaktiver Abfälle muss ein Zeithorizont von mehr als 10.000 Jahren in Betracht gezogen werden!

In Osteuropa wird Strom überwiegend in veralteten Kraftwerken bei geringen Kosten mit zum Teil erheblicher Umweltbelastung produziert. Diese Umweltbelastung trifft übrigens nicht nur die Länder selbst, sondern erreicht zum Teil auch Deutschland. Da die betreffenden Länder dringend Devisen benötigen, wird hier Strom zu konkurrenzlos günstigen Preisen angeboten.

Ein weiterer Grund für den Preisverfall auf dem Strommarkt sind Überkapazitäten im westlichen Ausland. Diese stammen zum Teil aus zu großzügig dimensionierten Atomkraftanlagen. In engem Zusammenhang damit steht auch das Engagement ausländischer Anbieter auf dem deutschen Markt.

Geschickte Werbestrategen nutzen die Veränderungen am Strommarkt und bieten Strom als Markenprodukt an.

Plötzlich hat Strom eine Farbe bekommen: Strom ist gelb sagen die einen. Nein blau, behaupten die anderen. Mit launigen und frechen Sprüchen sollen uns Kunden die „neuen Produkte“ schmackhaft gemacht werden. Hauptargument ist der Preis. Die Stromkosten sollen sinken – „koste“ es was es wolle. Weitere Informationen sind kaum zu haben. Die derzeit laufenden Werbekampagnen vernebeln häufig mehr, als dass sie informieren. Woher der Strom kommt, wie er erzeugt wurde, welche Investitionen diese Stromverkäufer in eine umweltfreundliche Stromwirtschaft tätigen – oft erfährt man fast nichts.

Leidtragene dieser Entwicklung sind besonders diejenigen, die  in Deutschland in neue Techniken der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen investieren, zum Beispiel in  die Einrichtung von Windparks, Solaranlagen u. a. Denn jeder Stromkunde, der auf die vermeintlich günstigen Angebote der großen Anbieter zurückgreift, fehlt den Erzeugern von „Öko“-Strom.

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